Schuhe kontrolliert man nicht per Daumendruck

Ein bekanntes Bild in jedem Schuhladen. Das Kind steckt in ein Paar nagelneuen Schuhen und die Eltern drücken mit ihrem Daumen auf die Schuhspitze, um damit zu kontrollieren, ob der große Zeh im Schuh vorne anstößt. Ist für den elterlichen Daumen Platz wird wohlwollend genickt und die richtige Größe für die Schuhe hat den elterlichen Segen erhalten. Was für ein grenzenloser Schwachsinn!
Als ob man mit einem viel zu großen Daumen überprüfen könnte, ob die Schuhe passen.
Fachleute sprechen von zwölf Millimetern Platz für den großen Zeh bis er vorne anstößt. Welcher Daumen ist schon zwölf Millimeter?
Dazu kommt noch: welches Kind wartet ab und lässt wohl den Zeh genau da, wo Papa mit aller Gewalt auf den Schuh drückt? Da zieht jeder seinen Zeh im Schuh zurück, nicht nur Kinder.
Außerdem ist es längst noch nicht gesagt, dass das Paar Schuhe in ausgerechnet dieser Größe eine Saison hält. Jeder Fuß wächst anders, die einen schneller und die anderen langsamer.
Aber deswegen kann man doch Schuhe nicht von vornherein zu groß kaufen. Das Familienmitglied mit dem größten Daumen geht also Schuhekaufen. Da ist dann noch genügend Zuwachs mit inbegriffen.
Viel sicherer ist, sich einmal die innenliegenden Einlagen der Schuhe anzusehen, die man immer irgendwie herausnehmen kann. Jeder Fuß hinterlässt nämlich auf die Dauer Abdrücke in der Einlage, die man dann ganz einfach vor dem Neukauf analysieren kann.
Hier kann man dann erkennen, ob der Fuß schon an der vordersten Kante seine Spuren hinterlassen hat.
Am besten ist dann zusätzlich noch eine Neuvermessung im Fachgeschäft, denn die Größen unterliegen längst nicht alle gemeinsamen Gesetzmäßigkeiten.

Autor   Ingo Peters
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