Schmuck der Himba
Bei den Himba, einem Nomadenvolk im Nordwesten Namibias, findet man überraschende Traditionen und Bräuche in Bezug auf Schmuck, die beide Geschlechter, Männer und Frauen, betreffen.
Die Kleidung der Himba beschränkt sich auf einen schlichten kurzen Lendenschurz aus gegerbtem Ziegenleder. Der Schmuck ist dafür um so üppiger und folgt alten Traditionen.
Wer zum Beispiel denkt, dass eine erwachsene Himba-Frau nichts unter dem Lendenschurz trägt, irrt gewaltig. Die Himba-Variante der Reizwäsche besteht aus einem kunstvoll mit Metallperlen bestickten oder gefädelten Gürtel, der unter dem Schurz getragen wird. Dieser Gürtel wird natürlich nicht alltäglich getragen, sondern nur, wenn die Frau eine Mann verführen möchte.
Hat die Frau einen Mann erobert, so zeigt er der Frau seine Gefühle, indem er ihr einen weiteren bestickten Gürtel schenkt, der nun über dem Schurz getragen wird, für jeden sichtbar. Die Intensität der Gefühle eines Mannes für die Frau ist daran ablesbar, wie kunstvoll und reich bestickt und verziert dieser Gürtel ist. Dabei sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Alles, was dem Mann in die Finger kommt und irgendwie verwendbar erscheint, wird eingesetzt. Ob das Schlüssel oder alte Patronenhülsen aus dem Angolakrieg sind, ist gleichgültig. Weggeworfene Gegenstände der westlichen Zivilisation, von Touristen zurückgelassen, werden bei den Streifzügen aufgesammelt und ideenreich verarbeitet, ebenso bei den seltenen Kontakten mit Weißen eingetauschte Dinge. Hauptsache, man kann es mit Ketten, Metallperlen und Lederbändern kombinieren. Dabei entstehen sehr kunstvolle und auch geschmackvolle Kreationen.
Der Begriff „unter die Haube kommen“ trifft auch auf die Hochzeit der Himba-Frauen zu. Sie erhalten eine gerollte Lederkrone, mit zwei „Kuhohren“ links und rechts auf dem Kopf versehen, „eKori“ genannt. Manche dieser „eKori“ haben noch zusätzlich einen Aufsatz aus Lederohren, reich mit Metallperlen verziert, die den Frauen an den Seiten des Kopfes bis zum Hals herunterhängen.
Mit Metallperlen verziert ist auch der Schmuck, den die Himba-Männer tragen. Aber bei den Männern beschränkt sich der Schmuck meist auf geflochtene Haarreifen, in Felder unterteilt und mit Verzierungen aus Metallperlen. Nur selten werden zusätzlich Ketten aus Muscheln oder Armbänder getragen.
Direkt nach der Geburt legt man den Kindern die ersten Ketten, noch leicht, aus Samenperlen oder Muscheln gefertigt, um den Hals. Bald kommen dann schon die reich mit Metallperlen verzierten Lederketten hinzu.
Der Schmuck der Himba hat durch die Traditionen festgelegte Formen, aber dennoch gelingt es, durch viele kleine Details Variationen zu schaffen, und die Frauen tragen den Schmuck mit großer Eleganz.
SchmuckSchmuckSchmuckHimbaHimba-FrauHimba-Männer
|