Oolong Tee

Der Name „Oolong“ bedeutet auf Chinesisch so viel wie „Schwarzer Drachen“ oder „Schwarze Schlange“. Der Legende nach soll nämlich einst ein Besitzer einer Teeplantage von einer schwarzen Schlange erschreckt worden sein, die sich unter den in der Sonne trocknenden Teeblättern verkrochen hatte. Der Teebauer traute sich erst einige Tage später wieder zurück und siehe da: die Blätter waren in der Sonne und an der Luft oxidiert und ergaben ein neues, vorher unbekanntes Aroma.

Auch heute noch wird der Oolong-Tee in der gleichen Weise hergestellt – nur ohne Schlange.

Für den Oolong Tee läßt man die Teeblätter nach dem Pflücken zunächst ein paar Tage in der Sonne welken. Dann reibt man die Blätter immer wieder, so daß sie sich zusammen rollen und einige Pflanzenzellen aufbrechen. Die freiwerdenden Inhaltsstoffe reagieren mit der Luft dann zu Aromastoffen.

Die Länge dieses Fermentationsprozesses unterscheidet den Oolong von anderem Tee: die Oxidationszeit des Oolong liegt zwischen der von grünen und schwarzem Tee. Während der Fermentation bilden sich aber nicht nur die Aromen, sondern auch daß Koffein bzw. Teein. Logischerweise liegt der Koffeingehalt des Oolong somit zwischen dem von grünen und schwarzem Tee.

Geschmacklich bewegt sich der Oolong auf einer recht großen Bandbreite. Der klassische China Oolong ist ein feinblumiger milder Tee. Der Formosa „Butterfly of Taiwan“ ist dagegen ein ausdrucksstarker Oolong mit vollmundigem Geschmack. Bevorzugt man eine feine Qualität mit blumigem Aroma und rötlich goldener Tasse, so sollte man unbedingt den Formosa Fancy Oolong probieren. Noch edler wird es mit dem Formosa Fancy King Oolong: das ist quasi der Champagner unter den Oolongs: sehr blumig, hocharomatisch und mild. Wer es gerne kräftiger mag, der ist mit dem über Rauch getrockneten Formosa Tarry Souchon Ooling gut beraten.

Oolong Tee ist allerdings nicht unbedingt jedermanns Sache. Manch einer empfindet den Geschmack als zu streng. Dabei bietet der Oolong-Tee einige positive gesundheitliche Aspekte: er verbindet nämlich die Wirkstoffe von grünem und schwarzen Tee derart, daß er sich perfekt für die Unterstützung einer Diät eignet. Zum einen hemmen die im Oolong enthaltenen Saponine die Aufnahme von Fett, zum anderen kurbelt das Koffein die Fettverbrennung und den Stoffwechsel an.

Für alle, die den Oolong Tee nicht in seiner reinen Form mögen, gibt es ihn in einigen leckeren Mischungen. Meist wird er mit Orangenblüten oder Jasminblüten gemischt, aber es gibt ihn auch mit Mandelstücken und Sahne-Karamel-Aroma.

Autor   Stefan Ansgar Böttcher
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