Olivenöl

In der EU gibt es sowohl sortenreine Olivenöle als auch Anbaugebiete mit Plantagen auf denen zwei bis vier verschiedene Olivensorten angebaut werden, die dann zu einem sortenunreinen Olivenöl verarbeitet werden. D.h. nicht dass diese sortenunreinen Öle von minderer Qualität sind, deren Mischung kann eine ganz besonders angenehme Fruchtigkeit ergeben. Für die Herstellung von sortenunreinem Olivenöl gibt es zwei Verfahren. Bei dem einem werden die Früchte bereits vor dem Pressen miteinander gemischt, bei dem zweiten Verfahren erfolgt die Mischung der Öle erst nach dem Pressen. Bei der Mischung von kleinen Mengen kommt es dabei mehr auf die Abrundung und Nuancierung des Geschmacks an. Bei großen Mengen dient das Mischen meist einem möglichst gleichbleibenden markenähnlichen Geschmack der als Markenware oder auch als Discountware vertrieben wird. Diese Vorgehensweise ist ähnlich wie bei der Herstellung von Wein. Bei der Herstellung von sehr edlen Ölen stehen immer die verschiedenen Richtungen und Intensitäten des typischen Olivengeschmacks im Vordergrund, hier wird kein Wert auf Einheitsware gelegt. Vergleicht man zwei unterschiedliche Jahrgänge eines Herstellers, wird man schnell feststellen, dass sie geschmacklich sehr weit auseinander liegen können. Dies liegt hauptsächlich an den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der einzelnen Jahrgänge. Der Geschmack von Olivenöl entfaltet sich am besten bei einer Temperatur zwischen 25 und 28° C. Bei dieser Temperatur kann man die einzelnen Nuancen am besten voneinander unterscheiden. Olivenöl ist das einzige Naturprodukt, das das ganze Spektrum der Geschmacksnerven anspricht.

Autor   Patrick Bienia
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