Die Normandie in Frankreich
Die Normandie ist eine im Norden Frankreichs gelegene Region mit 3,5 Millionen Einwohnern. Sie besteht aus 5 Départements: „Seine Maritime“ und „Eure“, die zusammen die „Haute-Normandie“ (obere Normandie) bilden und „Orne“, „Calvados“ und „Manche“, aus denen sich die Basse-Normandie (Untere Normandie) zusammensetzt.
Die Hauptstadt der Haute-Normandie ist Rouen mit 518.000 Einwohnern; Caen, mit 370.000 Einwohnern, ist die Hauptstadt von Basse-Normandie.
Weitere wichtige Städte der Region sind die Hafenstadt Le Havre, mit knapp 300.000 Einwohnern und Cherbourg, mit 118.000 Einwohnern.
Die Normandie erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 30.000 km² und wird im Norden durch den Ärmelkanal, im Osten durch die Region Picardie, im Südosten und Süden durch die Regionen Paris und Centre und im Südwesten und Westen durch die Regionen Pays-de-la-Loire und der Bretagne begrenzt.
Die Küstenlinie der Normandie setzt sich aus Klippen und vereinzelten Stränden zusammen, während das Inland örtlich durch Hügellandschaften oder Flachland geprägt ist. Das gesamte Gebiet ist von zahlreichen Flüssen durchzogen und bietet für die Landwirtschaft hervorragende Voraussetzungen. Es herrscht ein gemäßigtes Klima, das vor allem auf den mildernden Einfluss des Golfstroms zurückzuführen ist. So fällt die Temperatur fast nie unter den Gefrierpunkt, was selbst die Anpflanzung von Palmen möglich macht.
Die Normandie, die bereits in vorhistorischer Zeit nachweisbar von Menschen besiedelt war, wurde bis zur römischen Invasion von verschiedenen, aus Belgien eingewanderten keltischen Stämmen, bewohnt. 51 v. Chr. wurde die Region durch die römischen Armeen von Julius Cäsar erobert und in gallische Provinzen eingeteilt. Im späten 3. Jahrhundert wurde die Region mehr und mehr Opfer von Beutezügen umliegender Stämme, darunter auch die Sachsen. In dieser Zeit begann sich das Christentum in der Region auszubreiten. Als das römische Reich zu zerfallen begann und weiterhin germanische und sächsische Stämme in die Region eindrangen, zogen sich die Römer im Jahr 406 fast vollständig aus der Region zurück: die Normandie fiel unter die Herrschaft der Franken und das Christentum breitete sich immer weiter aus. Im 9. und 10. Jahrhundert fielen vermehrt Wikinger in die Küstenregionen ein, brandschatzten weitere Gebiete und eroberten bis zum 11. Jahrhundert den größten Teil der Region. Die eindringenden Wikinger wurden „Normannen“ (Männer des Nordens) genannt und verliehen der Region ihren heutigen Namen. Durch Heiraten verbanden sich die Normannen mit dem englischen Könighaus und so wurde William, ein Normanne, nach der Schlacht von Hastings, englischer König. Um die Normandie entstanden zahlreiche englisch-französische Konflikte: 1204 annektierte Frankreich die Region, während England sie zeitweilig erobern konnte (während des hundertjährigen Krieges und Mitte des 15. Jahrhunderts). Diese Herrschaften währten jedoch nicht lange und prinzipiell blieb die Normandie unter französischer Herrschaft Nachdem während des Zweiten Weltkrieges deutsche Truppen die Normandie komplett besetzt hielten, begannen Amerikaner und Briten mit einer Invasion, die Tausende von Toten forderte und als D-Day in die Geschichte eingegangen ist.
In der Normandie wird zwar grundsätzlich französisch gesprochen, jedoch findet auch die traditionelle regionale Sprache immer noch Verwendung. Neben der Sprache werden auch andere regionale Traditionen gepflegt, darunter Lebensmittel (wie dem berühmten Camembert) und regionale Feste.
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