Chronische Prostatitis: Wie untersuchen?
Prostatakrebs und chronische Prostatitis verhalten sich auf den ersten Blick recht ähnlich und sind somit nicht einfach auseinander zu halten. Beide werden anfänglich kaum bemerkt: Die Prostata beginnt zu wachsen, wodurch der Mastdarm und die Blase mehr und mehr beeinträchtigt werden. Verschärft sich das Phänomen, sind Probleme mit dem Urinieren die ersten Anzeichen der Krankheit. Der Harnstrahl ist kleiner und es bleiben Reste in der Blase zurück. Bei weiterem Warten können die Prostatitis Symptome noch lästiger werden: Starke Zieh- und Stechschmerzen stören die Erektion und machen den Sex bei manchen Männern zu einer Qual. Spätestens in diesem Stadium sollte man einen Arzt aufsuchen.
Dieser wird durch ein bewusstes Vorgehen prüfen, ob es sich tatsächlich um eine chronische Prostatitis handelt, oder ob Prostatakrebs für die Beschwerden verantwortlich ist. Dazu wird in erster Linie vom After her die Prostata abgetastet, um eine eventuelle Verhärtung festzustellen. Auf diese Weise lässt sich bis zu 40% der Oberfläche des Organs untersuchen und entscheiden, ob eine Vergrösserung stattgefunden hat. Des weiteren kann ein PSA-Test zusätzliche Informationen liefern: PSA bedeutet "Prostata spezifisches Antigen", und wird nur von Zellen der Prostata produziert. Stellt man eine erhöhte Menge im Blut fest, sind die Prostatitis Symptome einem aussergewöhnlichen Zuwachs zuzuschreiben. Ab 10 Nanogramm pro Milliliter Blut besteht Krebsverdacht - um aber definitiv zu entscheiden, bleibt meist eine Gewebeentnahme die sicherste Lösung.
Falls tatsächlich ein Krebs festgestellt wird, ist es oft nötig die Prostata zu entfernen oder sie operativ zu verkleinern. In selteneren Fällen kann bei Männern im Alter auf eine Behandlung verzichtet werden, dazu muss sich der Krebs aber nur sehr langsam entwickeln. Zeigt die Diagnose eine nicht-bakterielle chronische Prostatitis, so kann die Prostatitis auf einfachere Weise beseitigt werden. Spezielle Programme helfen, die Muskulatur des Beckenbodens zu kräftigen. Die Gesundheit erhält dadurch den nötigen Input, den es braucht, um im Alltag sich wieder wohl zu fühlen.
Kathrin Grieder, info(at)orgawell.ch
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