Bio-Kaffee
Deutschland ist weltweit der zweitgrößte Kaffeeimporteur nach den USA. Sechs große Konzerne teilen sich dabei etwa 80% des Marktes. Um einen gleich bleibenden Geschmack zu gewährleisten, mischen sie bis zu acht Sorten zusammen. Dadurch ist es für die Kunden meist nicht mehr nachvollziehbar, woher ihr Kaffee eigentlich stammt.
In den Erzeugerländern ist der Anbau geprägt von Großgrundbesitzern, Kinderarbeit und bitterer Armut der Pächter und Kleinbauern. Geplante Überproduktion und damit bedingter Preisverfall tun ihr übriges. Monokultur und Raubbau durch chemische Düngemittel schädigen die Natur nachhaltig.
Die stetig wachsende Naturkost-Branche versucht, dies allem Einhalt zu gebieten. Für die Handelsgesellschaften, die Bio-Kaffee vermarkten, spielt deshalb nicht nur der nachhaltige Ackerbau eine Rolle, sondern auch die Lebensbedingungen der Bauern vor Ort.
Die Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt (gepa) handelt deshalb nicht mit den mächtigen Zwischenhändlern, sondern direkt mit den Bauern. Sie bietet ihnen faire Preise, damit sie ihren Bio-Kaffee auch nachhaltig anbauen und davon ein Leben weit über dem Existenzminimum führen können. Nachhaltiger Anbau bedeutet, dass kein Raubbau mit dem Boden betrieben und auf den Einsatz von chemischen Düngern verzichtet wird.
Weltweit liegt der Anteil an Bio-Kaffee erst bei ein bis zwei Prozent, doch es leben bereits bis zu einer Million Familien in 32 Ländern von Anbau und Handel. Das Bewusstsein der Kunden verändert sich und damit auch die Nachfrage nach Bio-Kaffee. Während die Nachfrage nach herkömmlichem Kaffee jährlich um ein bis zwei Prozent wächst, steigt die Nachfrage nach Bio Kaffee um das zehnfache an. Deutschland ist dabei europaweit Spitzenreiter. Nirgendwo wird so viel Bio-Kaffee angeboten und getrunken wie in Deutschland.
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