ADHS - Problem unserer Gesellschaft
ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitätssyndrom und ist in unseren Breiten die häufigste psychiatrische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Zwischen drei und sieben Prozent aller Kinder im Schulalter dürften zumindest an Teilsymptomen der Störung leiden. Bis zu 60% der jungen Patienten haben auch als Erwachsene Probleme mit ADHS typischen Verhaltensmustern wie Unkonzentriertheit, schlechter Organisation und niedriger Aggressionsschwelle.
Die Symptome von ADHS beinhalten Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen und impulsive manchmal gar aggressive Verhaltensweisen. Speziell Kinder haben meist eine Mischung aus all diesen Verhaltensweisen, während bei Erwachsenen oft einzelne Symptome im Vordergrund stehen. Nicht alle Symptome sind in allen Patienten gleich, sie können in sehr unterschiedlichen Stärkegraden vorkommen.
Aus zahlreichen medizinischen Studien geht eindeutig hervor, dass es sich bei ADHS um eine biologische Störung des Gehirns handelt, die auf ein Ungleichgewicht verschiedener Botenstoffe zurückzuführen ist. Weiters ist ADHS in einem sehr hohen Maß vererbbar und leider auch häufig mit anderen psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Tics und dem Tourette-Syndrom vergesellschaftet.
Eine möglichst frühzeitige Diagnose und Behandlung von ADHS ist wünschenswert, da unbehandelte Jugendliche häufig der Schule verwiesen werden, keine Berufsausbildung erwerben und oft von sozialen Aktivitäten mit Gleichaltrigen ausgeschlossen werden. Aber auch Eltern und Geschwistern sind häufig von den mit ADHS verbundenen Problemen wie Familienstress, Depressionen und Ehekrisen betroffen.
Wegen der weitreichenden Folgen sollte die Diagnose ADHS nur von versierten Kinderfachärzten oder Jugendpsychiatern gestellt werden. Ausgehend von einer fundierten Diagnose kann eine individuell angepasste Therapie mit Medikamenten ((Ritalin)), Verhaltenstherapie und Familientherapie eingeleitet werden.
Trotz der großen Menge an wissenschaftlichen Studien die ADHS nicht als Erziehungsproblem sondern als eigenständige Erkrankung definieren ist die Einstellung innerhalb der Öffentlichkeit nach wie vor reichlich gespalten. Falsche Wahrnehmungen und unseriöse Medienberichte erhöhen die Schwierigkeiten für die Patienten und führen zu einer ungewollten Stigmatisierung.
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